PV Anlage ja oder nein und welches Konzept?

Mit der Entscheidung eine Luft- Wasser Wärmepumpe für die Heizung und das Warmwasser in unser Haus einzubauen, war für uns auch klar, dass wir früher oder später eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installieren möchten. Wir haben das Thema dann während der ganzen Bauverzögerungen und Auflagen / Mehrkosten zum Schallschutz gedanklich eigentlich erst einmal auf „vielleicht 3 Jahre nach dem Einzug“ verschoben. Da wir nun doch im Bauverlauf auch an einigen Stellen sparen konnten ist die PV-Anlage wieder in greifbare Nähe gerückt. Also haben wir uns etwas detaillierter mit dem Thema befasst. 2 Fragen gibt es im wesentlichen bei der Entscheidungsfindung zu beantworten:

  1. PV Anlage mit oder ohne Batteriespeicher
  2. Wenn PV Anlage mit Speicher, dann die „klassische Lösung“ oder eine „Stromcloud“?

Bei der ersten Frage mussten wir nicht lange überlegen, für uns war klar, dass auch ein Batteriespeicher dazu muss.

Die zweite Frage war nicht so leicht zu beantworten. Die „klassische Lösung“ bei der man für überschüssigen Strom die Einspeisevergütung bekommt oder aber der neuere Ansatz mit der Stromcloud?

Was ist eine Stromcloud?
Eine Stromcloud bietet euch die Möglichkeit überschüssigen Strom in das „Community Netz“ einzuspeisen, dafür erhaltet ihr eine „virtuelle Gutschrift“ in der Stromcloud. Abhängig davon, wieviel Strom ihr der Community bereit stellt erhaltet ihr eine kostenlose Freistrommenge. Verbraucht ihr mehr Strom als ihr über Direktverbrauch, Speicher und Freistrommenge decken könnt, so müsst ihr diesen bezahlen.
Ich muss zugeben, dass wir das Konzept hinter der Strom-Cloud sehr gut finden. Vorallem weil man dann in den Wintermonaten von seinem kostenlosen Freistrom zehren kann. Die 2 bekanntesten Stromcloudanbieter in Deutschland sind derzeit wohl:

  • Sonnen
  • Senec

Wir wussten von Bonum, dass schon einige Häuser mit PV-Anlage, „Sonnen“-Speicher und der Sonnen Strom Cloud ausgestattet wurden. Also haben wir nach einem Ansprechpartner gefragt und uns ein Angebot erstellen lassen.

Der Vergleich: Strom Cloud vs. „klassische Lösung“

Zunächst einmal wollen wir die beiden Angebote nur vom Angebotspreis her vergleichen. Wir hatten von beiden Anbietern ein Komplettangebot mit Montage, Elektro-Installation, Inbetriebnahme…

  1. Angebot Strom Cloud
    – Installierte Leistung: 9,86 kWp
    – Batteriespeicher: 5,5kWh
  2. Angebot „klassische“ PV Anlage
    – Installierte Leistung: 8,4 kWp
    – Batteriespeicher: 13,5 kWh

    –> Das Angebot für die „klassische Lösung“ ist etwa 5% teurer

Einsparungen / Förderungen

Der Freistaat Bayern hat vor kurzem ein PV-Speicher Programm ins Leben gerufen. Abhängig von der installierten Anlagenleistung und Größe des Batteriespeicher bekommt man einen Zuschuss.

  • Strom Cloud Speicher mit 5,5 kWh: 700 Euro Förderung
  • Klassischer Speicher mit 13,6 kWh: 1.000 Euro Förderung
    (da unsere Anlagenleistung nur 8,4kWp beträgt, erhält man nur die Förderung für einen 8kWh Speicher)

Weitere Einsparungen:

  • StromCloud: 650 Euro über 10 Jahre bei Teilnahme an der SonnenFlat X
  • Klassische Lösung: 1.000 Euro Sofortgutschrift nach Installation und Abschluss eines Stromvertrags bei Mannstrom (nur bei Verfügbarkeit)

Durch die höheren Förderungen ist die „klassische Lösung“ nur noch 2% teurer gegenüber der Stromcloud

Unser Stromcloud Angebot (folgende Angeben finden sich darin)

  • Annahme Jahresverbrauch: 6.000 kWh
  • Annahme erzeugter Strom pro Jahr: ca. 9.500 kWh
  • Eigennutzung: 3410 kWh
  • Community Freistrommenge: 2.140 kWh
  • Noch zu beziehen zum „normalen Stromtarif“ (ca. 30 ct/ kWh): 450 kWh

    Damit wären wir derzeit bei ca. 130 Euro Stromkosten pro Jahr. Wichtig: wenn ihr euch für die Stromcloud entscheidet erhaltet ihr keine Einspeisevergütung sondern tretet diese an den Stromcloud Anbieter ab.
    Wir speisen also ca. 6000 kWh ein und bekommen in etwa 1/3 davon als „Freistrom“.
    Würden wir stattdessen die Einspeisevergütung bekommen wären das für ca. 6.000 kWh bei 9,5 ct / kwh etwa 580 Euro/ Jahr. Dafür würden wir bei 30 ct / kwh etwa 1.930 kWh bekommen. D.h. mit der Stromcloud würden wir hier etwa 200 kWh im Jahr „mehr“ raus bekommen.

Das Angebot für die klassische Lösung

  • Annahme Jahresverbrauch: 6.000 kWh
  • Annahme erzeugter Strom: 8.200 kWh
  • Eigennutzung. 3.800 kWh
  • Einspeisevergütung: ca. 420 Euro bei 9,5 ct./kwh
  • Erforderlicher Netzbezug: ca. 2.200 kWh

    Bei einem Strompreis von ca. 30 ct. /kwh ergeben sich noch Stromkosten von etwa 660 Euro pro Jahr. Abzüglich Einspeisevergütung liegen wir bei ca. 240 Euro pro Jahr was etwa 20 Euro / Monat entspricht.

Fazit Kosten

Die Stromcloudlösung ist in unserem Beispiel tatsächlich sowohl in der Anschaffung, als auch in den laufenden Stromkosten günstiger. (Sofern alle Parameter/ Annahmen zutreffen.)

Warum wir uns dennoch gegen die Cloud entschieden haben

Trotz des wirtschaftlichen Vorteils der Stromcloud haben wir uns für die klassische Lösung entschieden. Warum? Weil unser Ziel ist mit der PV Anlage und dem Speicher etwas unabhängiger zu werden. Binden wir uns an einen Cloudanbieter so ist die ganze Investition nur wirtschaftlich, so lange wir bei dem Anbieter bleiben. Was passiert aber, wenn sich Freistrommengen ändern, Preise erhöhen…?
Die Einspeisevergütung ist zwar nicht mehr wirklich attraktiv, aber wir gehen davon aus, dass der Bund sie wie versprochen für 20 Jahre auszahlt. Weiterhin können wir so auch weiterhin flexibel den Stromanbieter wechseln und sind nicht auf einen Anbieter festgelegt.
Hier muss jeder für sich entscheiden, was ihm wichtiger ist.

Und das wird unsere PV Anlage mit Speicher

Unser Dach hat eine Ost-West Ausrichtung und so werden wir 14 Module im Westen und 10 im Osten installieren. Wichtig war uns vorallem, dass die Module einen hohen Wirkungsgrad, gutes Schwachlichtverhalten und eine lange Leistungsgarantie haben.

  • 24 Stück Sunpower Maxeon Module mit 350 Watt pro Panel mit 19,8% Wirkungsgrad und gutem Schwachlichtverhalten. 25 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie
  • 1 Tesla Powerwall 2 mit 13,5 kWh
  • Wechselrichter von SMA Solar

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