Erdaushub- Menge berechnen und Kosten schätzen

Ziemlich ungläubig schauen bestimmt viele wenn es um die Summen geht, die man auf den Tisch legen muss, nur um seinen Erdaushub zu entsorgen. Den Aushub den man nicht selbst auf dem Grundstück zum auffüllen/ Gelände modellieren benötigt muss man teuer abfahren und „entsorgen“ lassen. Bei uns sind es eigentlich ca. 380 m3 die abgefahren werden müssen. Da wir aber Lehmboden haben, der sich nicht gut wieder verdichten lässt, müssen wir den Arbeitsraum auch noch abfahren. Insgesamt sind das etwa 700 m3 Erde. Wir wollen dafür so wenig Geld wie möglich ausgeben und haben uns daher entschieden neben dem Angebot vom Erdbauer / Rohbauer uns um Alternativen zu kümmern.

Erdaushub , Mutterboden – die Basics

Mutterboden : ist die oberste Schicht eures Grundstücks. In der Regel die obersten 30 cm. Der Gesetzgeber hat Mutterboden unter speziellen Schutz gestellt. Er darf nicht verschwendet werden, soll also wieder verwendet werden. Entsorgen müsst ihr also nur die obersten cm mit Grasnarbe, Unkraut,…. Den Mutterboden könnt ihr später wieder auffüllen.

Erdaushub
Alles andere zählt zum Erdaushub. Hier gibt es verschiedene Klassifizierungen. Je niedriger die Erde klassifiziert ist, umso weniger ist sie „belastet“. Am besten ist Erde die der Kategorie Z0 zugeordnet werden kann. Diese kann bedenkenlos überall weiter verwendet werden.
Böden der Kategorie Z1 (Z1.1 und Z1.2) lassen sich in der Regel auch noch problemlos zum auffüllen verwenden. Problematisch wird es schon ab der Bodenklasse Z2. Hier bleibt häufig nur noch die kostspielige Entsorgung.

Kosten überschlägig ermitteln
Zunächst müsst ihr einmal grob ermitteln wieviel Erdaushub übrig bleibt. Entweder ihr fragt euren Bauleiter oder aber ihr schnappt euch ein Papier und rechnet es schnell selbst aus. Dafür einfach die Grundfläche des Hauses mit der Kellertiefe multiplizieren. Wenn ihr an einem Hang baut, müsst ihr das natürlich genauso berücksichtigen, wie wenn das Haus höher oder tiefer ins heutige Gelände gesetzt werden soll. Denkt daran, dass bei Bonum unter der Bodenplatte noch eine 10cm Dämmung und darunter dann die Sauberkeitsschicht liegt! Später wird dann aber noch einiges mehr ausgehoben und zwar der Arbeitsbereich. Ihr könnt also rund um das Haus nochmal ca. 1,5m bis 2,5m an allen Hausseiten dazu geben. Dieses Material müsst ihr ggf. nicht entsorgen. Es hängt davon ab aus welchem Material euer Boden ist und vorallem, ob er sich gut wieder verdichten lässt. Diese Information könnt ihr aus eurem Bodengutachten herauslesen.

Bitte bedenkt, dass die Erde nachdem sie der Bagger gelöst hat nicht mehr so stark verdichtet ist und daher gut 20% mehr Volumen hat. Auch wichtig für die Abschätzung: 1 m3 Erde wiegt zwischen 1,5 und 2 Tonnen. Je nach Bodenart und enthaltener Feuchtigkeit.

Wichtig: der Erdbauer berechnet das abfahren des Aushubs nach m3. Der Entsorgungsbetrieb nach Tonnen!

Wir können euch folgende Richtwerte für die Entsorgung hier im Raum Nürnberg / Neumarkt / Schwabach nennen, die uns auf Anfrage von verschiedenen Entsorgungsbetrieben und Gruben genannt wurden (inklusive Abtransport von der Baustelle):

  • Z0: 5 bis 15 Euro / Tonne
  • Z1.1: 12 bis 20 Euro / Tonne
  • Z1.2: 17 bis 25 Euro / Tonne

Das heißt für uns überschlägige Entsorgungskosten von:

  • 700 m3 Erdaushub (+20% nach Aushub) entsprechen in etwa
  • Gewicht: ca. 580 m3 * 1,8 Tonnen/ m3 = 1000t

Kosten Entsorgung (best cast) = 1000t x 17 Euro (Z1.2) = 17.000 Euro
Kosten Entsorgung (worst case) = 570t x 25 Euro = 25.000 Euro

Die Preise beziehen sich auf die Entsorgung mit Abfuhr.
Preislich kommt da schon eine ganz schöne Spannbreite zusammen. Fast 8.000 Euro Unterschied. Wir testen gerde verschiedene Möglichkeiten möglichst weit unten bei den Entsorgungskosten zu landen. Sobald wir wissen, wie und wo es am günstigsten geht werden wir hier natürlich darüber informieren.

4 Gedanken zu „Erdaushub- Menge berechnen und Kosten schätzen“

    1. Hi Lisa,

      wie sind eure Erfahrungen mit Bonum bisher?
      Wir stehen auch kurz vor Vertragsabschluss, jedoch hat der Anwalt bedenken beim Vertrag, da dieser sehr schwammig formuliert ist.

      LG
      Andy

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